Sourcing-Strategie · 7 Min. Lesezeit
Eine Multibrand-Boutique eröffnen: der vollständige Sourcing-Leitfaden
Den Markenmix einer Multibrand-Boutique aufzubauen ist eine der folgenreichsten Entscheidungen, die ein Boutique-Inhaber trifft. Dieser Leitfaden behandelt die Sourcing-Strategie hinter dem Aufbau einer kohärenten, kommerziellen Auswahl von Grund auf.
Der kommerzielle Erfolg einer Multibrand-Boutique hängt von der Kohärenz und Qualität ihres Markenmix ab. Die richtige Auswahl schafft eine Einzelhandelsidentität, zu der Kunden zurückkehren — das Gefühl, dass diese Boutique versteht, was sie wollen, noch bevor sie es selbst wissen. Beim Markenmix daneben zu liegen bedeutet Bestand, der sich nicht verkauft, Kapital, das in den falschen Produkten gebunden ist, und keine klare Geschichte für den Kunden.
Diesen Markenmix aufzubauen erfordert eine Sourcing-Strategie. Und für Boutiquen am Anfang ihrer Großhandelsreise besteht die Herausforderung darin, dass die Marken, die sich am meisten lohnen, auch am schwersten zugänglich sind.
Die Zugangshürde: warum die besten Marken am schwersten erreichbar sind
Premium- und Contemporary-Modemarken sind bei ihren Großhandelspartnern selektiv. Sie steuern die Händlerdichte sorgfältig. Sie bevorzugen Konten mit nachgewiesenem Abverkauf. Sie favorisieren Boutiquen, die bereits komplementäre Marken führen. Für eine neue Boutique ohne Erfolgsbilanz entsteht daraus ein Paradox: Um die Marken zu bekommen, die Ihre Glaubwürdigkeit aufbauen, brauchen Sie zunächst die Glaubwürdigkeit, die diese Marken verleihen.
Ein praktischer dreistufiger Sourcing-Ansatz
Stufe 1: zugängliche, aber glaubwürdige Ankermarken
Beginnen Sie mit Marken, die niedrigere Zugangshürden haben, aber echte kommerzielle Anziehungskraft besitzen. Labels wie A.P.C., Veja, Maison Kitsuné, Lacoste, Barbour und Carhartt WIP haben relativ zugängliche Großhandelsprogramme und starke Verbraucherbekanntheit. Es sind nicht die am schwersten zu führenden Marken — aber sie sind kohärent, kommerziell und signalisieren Kunden wie Distributoren, dass Ihre Boutique Geschmack und Ernsthaftigkeit hat.
Stufe 2: ATS-Sourcing für aspirative Marken
Sobald Ihre Ankermarken stehen, ergänzen Sie über einen Agenten mit ATS-Sourcing für Labels, die direkt schwerer zugänglich sind: Stone Island, AMI Paris, Casablanca, Golden Goose oder welche Marken auch immer in Ihrem Markt am stärksten nachgefragt sind. ATS erlaubt es Ihnen, diese Labels zu führen, ohne sich auf Saisonprogramme festzulegen — Sie können ihre Performance in Ihrem Geschäft testen, bevor Sie entscheiden, ob Sie ein Direktkonto anstreben.
Stufe 3: direkte Saisonkonten aufbauen
Nach zwei oder drei Saisons mit Abverkaufsdaten zu einer Marke haben Sie eine deutlich stärkere Grundlage, um den Distributor dieser Marke für ein direktes Saisonkonto anzusprechen. Sie können Ihr Geschäft, Ihre Kundschaft und Ihre Zahlen zeigen. Das Gespräch verschiebt sich von „wir hätten gerne Zugang“ zu „hier ist, warum wir das richtige Konto für Ihre Marke in diesem Markt sind“.
Die Rolle von Sourcing-Agenten beim Aufbau einer Boutique
Sourcing-Agenten sind in Stufe 2 am wertvollsten: Sie verschaffen Ihnen über ATS Zugang zu aspirativen Marken, bevor Sie die Erfolgsbilanz für Direktkonten haben. Die Distributorenbeziehungen des Agenten sind die Brücke zwischen dem, wo Ihre Boutique steht, und wohin sie sich entwickelt.
Maison Modati arbeitet mit Boutiquen in jeder Phase. Wenn Sie Ihre erste Einkaufsstrategie aufbauen und verstehen möchten, was in Ihrer Phase realistisch zugänglich ist, senden Sie uns eine WhatsApp-Nachricht mit einer Beschreibung Ihres Boutique-Konzepts, Ihrer Zielkundschaft und der Marken, die Sie am meisten interessieren.
Bereit zu sourcen?
Senden Sie eine Sourcing-Anfrage über WhatsApp. Teilen Sie uns Marke, Referenzen, Mengen und Zeitrahmen mit.
Gespräch beginnen